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Auf die Zunge geschrieben
von Helga Kolb

Prosa. 45 Seiten, nummeriert, signiert, mit Lesebändchen und Japanpapier, handgebunden / Preis: Eur 11,-- + Eur 1,50 Versandkosten (Porto & Verpackung)

Infos zum Buch

"Die Zeit bricht ihr Versprechen"... Liebe, Glück - das Leben, voller Träume und Hoffnungen. Ein Erinnern drängt sich in Bilder, in Wörter, auf den Computerbildschirm, der zum "Schreibgarten" wird, verliert sich in Assoziationen, bevor sie verwehen. Sehnsucht bleibt, Bilder bleiben. Und aus Herbst wird Winter und Jan ist nicht mehr da und das Versprechen gilt nicht mehr und der Schmerz vermischt sich mit Tagesschaubildern, mit Zeitungsmeldungen aus Afghanistan. Ausnahmezustand...

"In einer Bildergalerie findet man Wörter zu den Bildern - in diesem Buch die Bilder zu den Wörtern..." (Sigi Stecher)


Textproben


Seite 24:
In jeder stille wohnt ein stummer schrei. Sage ich halblaut vor mich hin. Kann nicht mehr schlafen. Bin so eingeengt. So eingeschränkt. Mein kopf mein denken (lenken) aus seiner rolle gekippt. Ein tiefer riss in den nachtgedanken. Wie meinst du das höre ich Jan fragen. Wie hältst du’s mit den frauen? Frage ich zurück. Ach hör schon auf damit meint Jan und ein flackern tritt in seine augen. Ich will es wissen denn... und schon steigt reue auf. Du weißt: die eine vögle ich doch dich - dich liebe ich. Wie schön er das sagt! Nichts hört eine frau lieber... so schlägt die zeit zurück.


Seite 31:
FRAUEN SIND NEBENSACHE. Lese ich in der zeitung. In riesigen buchstaben steht das geschrieben. Weißt du was ich mit diesen bärtigen ungeheuern machen möchte? frage ich Jan. Ich möchte ihnen ihr wichtigstes ihr allermännlichstes ihr instrumentarium stückchen um stückchen das messer gewetzt keine gnade genüsslich das kannst du mir glauben! Du wirst mich doch nicht jammert Jan und drückt sich in die ecke des zimmers. Nein Jan. nein.


Seite 43:
Unerlaubte erlen und pappeln. Birken behangen mit langem haar. Dazwischen in fetzen gerissenes blau. So wird es sein. Denke ich und Jan ist unerreichbar. Verloren gegangen. Abhanden gekommen. Der welt abhanden gekommen. Mir abhanden. Vielleicht steht er am strand. Die nackten füße im sand. Meerwärts der blick und zehn faden tief bereits sein vergessen. Mir ab hand in hand den strand entlang fernpunkt im meer punktfern der strand. Das meer/grün. Immer noch grün dir. Dem ende entgegen.

* Alle Rechte auf die Textproben liegen bei Helga Kolb.
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