Bücher und Zeitschriften
Dulzineas Zeitschriften und Buchvorstellungen


Buchvorstellungen Impressum Counterservice
  Startseite  |   Profil  |   Suchen  |   FAQ Nicht eingeloggt ... Einloggen 



    Als Autor anmelden Es werden aktuell -280- Bücher vorgestellt.
Wir haben -346- eingetragene Autoren.
Buchvorstellungen > Romane > Der Fluch des Ohsbanuz Neues Buch in dieser Kategorie eintragen

Bestellmöglichkeiten
Online: beim Verlag, bei Amazon, bei Buchhandel.de
Der Fluch des Ohsbanuz
von seahorse

Voodoo, Schwarze Magie, Hexenzauber. Gibt es das wirklich? Lesen sie hier die wahre Geschichte eines Europäers, der in die Karibik ging um sein Glück zu suchen. Dort trifft ihn das Unerwartete. Er findet sich wieder in einer Welt, die er zuvor für irreal hielt, für Filmtricks, Effekten-Hascherei, Hollywood.
Doch dies hier ist echt, und er steckt mitten drin. Nach dem tragischen Tod seiner Frau entgeht auch er nur knapp dem Tod und wird durch die Magie einer Buschdoktorin gerettet. Das Komplott, von dem sie ihm erzählt, lässt sein Blut gefrieren.
Verfolgen Sie eine Geschichte, wie sie sich in diesen Tagen zugetragen hat. Und wie sie sich jederzeit wieder zutragen kann. Das Protokoll einer wahren Geschichte.
Die Namen der Personen in dieser Geschichte wurden geändert. Der Lauf der Welt hingegen kann rückwirkend nicht geändert werden...




Leseprobe:


...Daniel hatte die Augen vielleicht zehn Minuten geschlossen. Er hörte nichts als sein Summen in den Ohren, aber er hatte das Gefühl nicht mehr allein zu sein. Er hob die Augenlider.

Da stand er. Sandy, sein Assistent. Daniel wusste nicht, wie lange er schon da war, es wirkte aber als wäre er nicht gerade erst gekommen. Sandy kratzte sich ausgiebig hinter seinem linken Ohr. Offenbar hatte er ein größeres Problem in Worte zu fassen.

"Guten Morgen!" brachte er schließlich hervor. Er wechselte die Hand und kratzte sich mit Inbrunst hinter dem rechten Ohr.

"Also", forderte Daniel ihn schließlich auf, "spuck's schon aus, ist im Büro etwa auch noch was in die Hose gegangen?"

"Im Büro, nein, wieso?" Sandy schien immer noch nicht seinen Faden zu finden, aber dann sprudelte es aus ihm heraus: "Dir wird es verdammt schlecht gehen, du kannst nicht mehr laufen und du wirst jede Menge Schmerzen haben und in spätestens zehn Tagen bist du tot!"

So, nun hatte er es ausgesprochen. Seine braune Haut war heute eher hellbraun-aschgrau. Seine Augen waren noch runder als sonst und sein Mund konnte sich nicht entschließen, ob er erst ein aufmunterndes Lächeln produzieren sollte oder sich selbst auf die Zunge beißen wollte. So zuckten seine Mundwinkel unschlüssig auf und ab.

Daniel verdrehte die Augen: "Diese Scheiß-Insel ist das kleinste, lumpigste Tratschdorf das ich kenne!" regte er sich auf. Der Arzt ist noch keine zehn Minuten zur Tür raus und schon weiß jeder was mir fehlt. Der Arzt sagt mir nicht, was mein Krankheitsbild ist aber auf der Straße wird mein Count-Down schon mit zehn Tagen gehandelt. Nimmt am Ende schon jemand Wetten an?" Daniel wollte wütend mit der Faust auf die Bettdecke schlagen. Aber er zahlte mit stechendem Schmerz für seine aufwallenden Emotionen.

Sandy schaute recht verlegen aus der Wäsche: "Welcher Doktor? Ich weiß nichts von einem Doktor! Ich hab einen Anruf aus Trinidad bekommen. Und ich war mir gar nicht so sicher. Aber sag, hat es schon angefangen?"

Nun hätte Daniel sich gern am Kopf gekratzt, wenn er seine Hand so weit hinauf bekommen hätte. Es war schwer auszumachen, welcher der beiden Männer dämlicher aus der Wäsche schaute.

"Schon angefangen?" Daniel verstand die Frage nicht ganz. "Ich liege hier und kann mich nicht bewegen ohne dass es sich anfühlt als würde eine Dampfwalze auf mir spazieren fahren. Was meinst du mit: schon angefangen?"

"Also hat es schon angefangen!" Sandy kam näher zum Bett und setzte sich auf die Bettkante. Als die Matratze unter ihm nachgab schrie Daniel wiederum auf. Elektrisiert schoss Sandy wieder hoch und stand bolzengrade neben dem Bett: "So schlimm?" fragte er besorgt.

"Sakrisch schlimm!" erwiderte Daniel. "Ich habe mich heute früh nicht mehr bewegen können. Unter tierischen Schmerzen habe ich schließlich nach über eineinhalb Stunden mein Telefon erreicht und der Arzt ist gerade zur Tür raus. Und er sagt er weiß nicht einmal was mir fehlt, aber es scheint ziemlich viel zu sein, was nicht im Lot ist."

"Glaubst du an das Übersinnliche?" fragte Sandy als nächstes und in seiner Stimme schwang ein Unterton mit, der klar machte, dass er eigentlich eher mit einer abschlägigen Antwort rechnete.

"Klar, glaube ich daran. In meiner Heimat hatte ich viele Erfahrungen damit. Seit ich hier lebe habe ich leider die Fähigkeit verloren. Ich kann nicht mehr sehen, aber ich weiß dass es andere Ebenen gibt als die, auf der wir uns im täglichen Bewusstsein bewegen." Tatsächlich setzte sich Daniel viel mit Metaphysik auseinander, vertraute auf Kräutermedizin und Homöopathie und hatte tatsächlich mit seinem Gehörsturz das erste Mal seit fast fünfzehn Jahren wieder einen klassischen Arzt der Schulmedizin aufgesucht, weil es in Antigua weder einen Homöopathen noch einen Holistiker gab.

"Das macht es einfacher", konstatierte Sandy, mit einem erleichterten Ton und dann erklärte er Daniel, dass er heute in der Früh um fünf Uhr einen Anruf bekommen habe. Es war seine Mutter aus Trinidad und es sei dringend gewesen. Auch er habe sich gewundert, aber seine Mutter habe ihm erklärt, dass sie mitten in der Nacht von einer Busch-Doktorin, einer Wunderheilerin aus dem Bett geworfen worden sei. Natürlich wisse seine Mutter über die magischen Kräfte solcher Frauen. Dennoch sei sie skeptisch gewesen und habe erst reagiert, als die Frau neben Namen und Adressen auch sonst viele Details preisgab, die eine einfache Frau aus Trinidad nicht wissen konnte.

Diese Frau, ihr Name sei Maria, habe in der Nacht eine Vision gehabt. Sie habe Daniel gesehen, wie er an sein Bett gefesselt da lag und seinem sicheren Tod entgegengleiten würde. Der Große Geist in der Person des Propheten habe ihr den Auftrag gegeben, ihn zu retten. Aber Daniel müsse zur vollkommenen Reinigung nach Trinidad kommen.

Hier protestierte Daniel entschieden, da er nicht einmal in der Lage sei aufs Klo zu gehen. Darüber sei sich Maria vollkommen im Klaren entgegnete Sandy. Daher habe sie ja ihn geschickt. Er wäre auch schon lange vor dem Arzt da gewesen, wenn es nicht so viele Zutaten gewesen wären.

So viele Zutaten? Ja, eine ganze Liste habe ihm seine Mutter durchgegeben. Angefangen mit einfachen Sachen wie Salz und Rum, aber bis hin zu verschiedenen Kräutern aus dem Busch, die zu so früher Stunde kaum zu kriegen gewesen seinen. Gerade eben habe er von einer Kräuterfrau auf dem Markt die letzten Ingredienzien erstanden und nun sei er hier. Jo-Anne habe ihm schon den größten Topf auf den Herd gestellt alle Komponenten waren eingerührt und nun müsse das ganze circa eine Stunde kochen.

Ihre Konversation hatte die erste halbe Stunde bereits verschlungen und die verbleibende Zeit nutzte Sandy, um Daniel einige Psalmen aus der Bibel vorzulesen, die ihm seine Mutter im Auftrag von Maria ebenfalls diktiert hatte.

Schließlich machte er sich auf den Weg in die Küche und erschien kurz darauf wieder mit einem großen dampfenden Kochtopf.

Er leerte ihn zum großen Teil in die Badewanne, drehte das Wasser auf und verschwand wieder ins Untergeschoss. Als er diesmal zurückkehrte trug er ein Glas in der einen Hand und eine Flasche Olivenöl und ein Tuch in der anderen. Er füllte das Glas mit dem Rest der Flüssigkeit aus dem Topf und ergoss das Übrige in die Wanne. Bis das Bad voll war, zitierte er weitere Psalme.

Schließlich drehte er das Wasser ab und verkündete, dass Daniel darin nun baden müsse und anschließend das Glas in einem Zug leeren solle. Daniel widersprach energisch. Keine zehn Pferde würden ihn in diese Wanne bringen. Sandy entgegnete, dass man ihm angekündigt hätte, dass Daniel vor Schmerz nicht bis zur Badewanne käme, aber dann müsse er ihn eben tragen. Daniel kämpfte dagegen an, das sei doch ebenso schmerzhaft, schließlich machte Sandy aber kurzen Prozess, schulterte Daniel und trug den ausgewachsenen Mann, der vor Schmerzen wimmerte kurzerhand in die Badewanne.

Als der Schmerz nachließ und die Schwerkraft aus dem Körper wich, öffnete Daniel sich auch den Düften, die aus dem Wasser aufstiegen. Er konnte den Rum und Zimt ausmachen. Einige andere Zutaten wie Lorbeer konnte er sehen andere sah er, erkannte sie aber nicht. Nach einer Weile begann er sich besser zu fühlen. Im Wasser konnte er nun die Füße seitlich nach Links und Rechts bewegen. Das gab ihm Hoffnung. Nach einer Weile unterbrach er Sandy beim Vortrag seiner Psalme und fragte wann er wieder zurück ins Bett solle. Wenn er so weit sei entgegnete Sandy, Dann flößte er Daniel das Glas mit dem Zaubertrank ein und es kostete Daniel alle Selbstbeherrschung, sich nicht schlagartig zu übergeben. Allein der Salzgehalt war schon eher etwas für Fakire.

Schließlich stand er mit Sandys Hilfe auf. Das schmerzte noch immer wie Folter, aber mit aufeinander gebissenen Zähnen und Schritten von drei Zentimetern Länge schaffte er es zurück zum Bett. Dort rieb ihn Sandy vom Herzen kommend nach außen und an Füßen und Händen endend mit Olivenöl ab. Zu guter Letzt klopfte er dreimal mit der flachen Hand an die Wand, um sich selbst zu neutralisieren und las noch eine weitere halbe Stunde Psalme.

Diesen Vorgang wiederholte Sandy in den kommenden sechs Tagen zweimal täglich mit Daniel. Wie Jason schon konstatiert hatte, waren die Symptome äußerst vielfältig und verwirrend. Während der Behandlung schien der Schmerz sich täglich eine neue Priorität zu wählen: mal dominierte die Pein in den Knien, mal war das Zentrum im Steißbein, mal in den Hüftschalen. Und jedes Mal machte der Bewegungsapparat auf andere Weise Probleme. Konnte Daniel an den ersten zwei Tagen das Bett nicht verlassen, so kippte es an den folgenden zwei Tagen ins Gegenteil: wann immer er sich hinlegen wollte, machte ein Brennen das von den Knien bis ins Kreuz aufstieg dies unmöglich. An diesen zwei Tagen schlief er schließlich in den Türrahmen gelehnt. Als er endlich wieder liegen konnte, bereitete das Sitzen Probleme. Zwar ließen sich Essen und Trinken noch im Stehen absolvieren, wenn er jedoch seine Notdurft verrichten musste grenzte das an pure Akrobatik durchzuckt von Elektroschocks.

Dr. Jason konnte sich auf all dies keinen Reim machen und schüttelte nur noch den Kopf. Die Idee, nach Trinidad zu fahren hielt er zwar wissenschaftlich für absoluten Humbug, allerdings bot ihm die Schulmedizin keinen besseren Ausweg. Sein Beitrag war am ehesten mit dem Spruch: Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich, zusammenzufassen.

Schließlich, als Daniel wieder sitzen konnte obgleich er immer noch unter sehr starken Schmerzen litt, beschlossen er und Sandy, nach Trinidad aufzubrechen. Jason protestierte zwar und unterstrich, dass er keinerlei Verantwortung übernehme, steuerte dann aber die superstarken, pinken Schmerz-Killer-Tabletten bei, mit denen Daniel mehr schlecht als recht transportfähig war.

Dann kaufte Sandy die Tickets nach Trinidad...

Ein spannender Roman von SYR
Beitrag ändern/löschen


Seiten: Liebesgedichte | Hochzeit | Weihnachten


Offene Plattform für Buchvorstellungen (Bücher, Zeitschriften, ...) von:
Dulzinea
Zeitschrift für Lyrik und Bild

copyright by www.Buecher-Zeitschriften.com 2004