Die Zeit lief ab und sie träumte von Bonnie & Clyde
von Andreas G. Schmitt
Gedichte sind überholt. Gedichte kann man nicht verstehen. Gedichte sind überflüssig... Falsch! Zumindest wenn man die Gedichte von Andreas Schmitts "Die Zeit lief ab und sie träumte von Bonnie & Clyde" liest. Alleine schon deshalb, weil Schmitts Gedichte eigentlich keine Gedichte sind. Es sind Geschichten. Es sind Gedichte, die Geschichten werden, weil man sie vor sich SIEHT. Weil sie einem nicht fremd sind, sondern schildern, was WIR erleben und oftmals nicht sehen wollen. Dabei ist Schmitt gnadenlos ehrlich. Verschönt nicht. Und doch fühlt man sich nicht befremdet. Gerade weil Schmitt vom Alltag erzählt, bekommt man das Gefühl, dass man nicht alleine mit dem Leben ist. Unbedingt lesenswert. (www.autorenbuchhandel.de)
Schwarz auf weiß liegen sie vor dir, die Wahrheiten. Aufs Papier gebannt und mit einer direkten Ansprache, die den Leser in seinen Bann zieht. Schmitts Lyrikband “Die Zeit lief ab und sie träumte von Bonnie & Clyde“ bietet auf seinen 91 Seiten mehr als 50 Gedichte, die die Stimmung in klare, deutliche Worte fassen. Es hilft kein Verstecken oder verdrängen. Schmitt bringt die Inhalte mit seinen Formulierungen auf den Punkt. Flüssiger Aufbau und die melodische Sprache machen selbst inhaltlich schwierige Texte zu einem Lesespaß. Vor dem inneren Auge entstehen die Bilder, die der Autor entwirft. Klar, deutlich und ohne zu vertuschen: Klarheit, die man selten findet. (www.literature.de)
Seine Lyrik ist eher Kürzest-Prosa, weil sie vor dem geistigen Auge des Lesers Gestalt annimmt, bildlich wird. Man fühlt sich angesprochen, weil man sich in ihr wiederfindet. Darüber hinaus hält sie einem einen Spiegel vor, zeigt deutlich auf, was wir oft nicht sehen wollen. Wovor wir nur allzu bereitwillig die Augen verschließen, weil es so bequem ist. Andreas Schmitt zeigt schonungslos mit dem verbalen Finger auf die Bigotterie der Gesellschaft. In sehr offener Wortwahl, dennoch stilistisch sicher - wenn auch grenzwertig. Aber genau das macht ihn aus! Denn nur dadurch bringt er uns das, worauf es im Leben ankommt, nahe und zeigt uns unsere Versäumnisse auf. Er schafft es dabei spielend zu berühren. Was beeindruckend ist: Er bringt alles auf den Punkt, buhlt nicht um die Sympathie seiner Leser und erreicht sie gerade aus diesem Grund. Was mir besonders gefällt ist die Bandbreite des Autors. Er ist abweisend, gefühlsbetont und humorvoll zugleich - halt Mensch. Und dass er es vermag, den Leser mit dem Gefühl zurückzulassen, dass wir alle menschlich sind, sein können, wenn wir die Augen nicht verschließen, vor unseren kleinen Unzulänglichkeiten, die sich in der Gesellschaft zu großen vereinen. Er zeigt, dass es lohnt, dagegen anzugehen. Das alles in einer Sprache, die lebt ... die fließt ... wie das Leben selbst ... in allen seinen Facetten. Hier ist einer am Werke, der nichts unter den Teppich kehrt, der nichts unausgesprochen lässt. Das macht das Buch lesenswert. (Alisha Bionda, Autorin, Hrsg. und Journalistin, www.media-mania.de)
Ein lässiger, spontaner Schreibstil, der Bilder im Kopf des Lesers hinterlässt. So schreibt Schmitt auch auf Seite 69, gefragt nach seiner Kreativität: /Ich denke mir überhaupt nichts dabei. Es kommt einfach so aus’m Ärmel heraus./ Schmitt handelt die Bandbreite des Lebens ab, es überwiegen - wie im richtigen Leben - die angeschlagenen, oft kaputten Existenzen. Werbeslogan: / Gute-Nacht-Geschichten für Schlaflose/. (Jochen König, Hrsg. der Zeitschrift Das Dosierte Leben, Mannheim, www.das-dosierte-leben.de)
Der Autor ist ein Erzähler, der das Alltägliche, Unspektakuläre, Gewöhnliche liebt – zumindest zum Anlass nimmt, um daraus klug und treffsicher pointierten Poeme zu verfassen. An jedem Tag, jedem Erlebnis, jedem Ding lassen sich Erfahrungen anreichern, Abenteuer – INSPIRATION. Ich meine, dass bei Schmitt aus manchem Nichts und Unscheinbarkeit Schönes, Heiteres aufscheint. Auch wenn „Father Death“ präsent ist. Lest selber! (Raimund Samson, Hrsg. der Zeitschrift herzGalopp, Hamburg)
Er (Schmitt) versteht es, das Abgründige im Leben, das so manchen aus der Bahn wirft, gut auszuwiegen, mit
einem Funken Vertrauen auf das eigene Glück, dass man es “letztendlich“ schaffen wird. Das hinterlässt einen
guten Geschmack bei der Lektüre! Der Autor besitzt eine breite Bilderflut, die er loslässt, wenn ihn ein Gedicht ruft (siehe z.B. auf S. 55 ff.: Kriegsgdichte). Was mir am meisten an Schmitts Gedichtband gefällt, ist der starke erzählende Moment. Am hinteren Ende des Buchdeckels angekommen verbleibt der Eindruck einer stetig fortlaufenden Erzählung, ganz so, als handele es sich nicht um einzelne Gedichte, sondern um ein Stück aus einem Guß. Eine kompakte Stimmung wie ein indischer Raga. Man kann einen sehr guten Einblick in eine Gestimmtheit bekommen, jenseits der Worte. Und ist das nicht Literatur? Mittels der Worte hinter die Worte zu
kommen? Ich vermute es doch sehr.(Thomas Stemmer, Nürnberg, www.alternative-art.de)
Vor mir liegt der Debüt-Band von Andreas G. Schmitt "Die Zeit lief ab und sie träumte von Bonnie & Clyde", und mir fällt schwer, große Worte zu finden, die dieses Buch verdient hat. Aber der Versuch soll hinhalten; vielleicht mit einem gezielten Aufwärtshaken mitten in die Fresse, vielleicht mit einer Arschbombe in den Unterleib. Hier wird viel geboten - schweres Kino, harte Romantik, gefühlschaotisches Desaster. Denn ja, genau so schmecken die Gedichte von Schmitt, die oft kurze Momentaufnahmen wiedergeben und direkt aus den Gassen des Lebens aufs Papier gezimmert wurden. Schmitt schreibt ohne Gnade, er kennt kein Morgen und kein Heute, denn er möchte überleben. Immer wieder malträtiert er mit dem Mittelfinger den Schnatterzapfen der alltäglichen Glorifizierung unserer Gesellschaft, und macht schnell klar, dass er den heuchlerischen Dreck schon vor langer Zeit von seinen Schuhen gekratzt hat. Oft klingen seine Texte ohne Hoffnung auf, ohne große Erwartung auf einen besseren Morgen, doch findet er gelegentlich Formen zum Ausdruck, dass er noch nicht ganz - mit all dem Scheiß da draußen - abgeschlossen hat. Ein Mittel dagegen ist seine Schreibmaschine, die (s)eine Sprache hervorbringt, die oft knapp, eingeschränkt, lakonisch wirkt; doch ist dies kein schlechtes Zeugnis, sondern genau hier treffen seine Worte den Punkt, den manch Bestseller-Autor nicht einmal in seinen Wälzern ins Ziel gefasst hat. Schmitt schafft es, und das zeichnet ihn aus, dass er mit wenigen Worten große Texte schreibt. Ohne Rumgesülze, einfach aus dem Bauch raus, schielen seine Gedichte nach ganz weit oben; auch wenn dies, die wenigsten wahrhaben wollen. Oft gab es Momente, an denen ich kurz schlucken musste. Grund dafür gab es zu genüge, wenn Schmitt Situationen seines Lebens schildert, in denen er erlebte, was andere Sittenmatrosen längst über Bord geworfen hätten, um der bürgerlichen Existenz durch Verdrängung standzuhalten . Er ist ehrlich zu sich selbst und macht keinen Hehl daraus, dass Gewinner vielleicht anders aussehen. Schmitt ist halt Schmitt. Unverwechselbar auf seinem Gebiet. Einzigartig im Poetrynebel. Ok, genug der Lobhudelei. Zum Schluss bleibt mir nur eins: Macht euch selbst ein Bild von der Sache. Raucht drei Packungen Kippen weniger und legt euch das Teil zu. Deshalb meine Empfehlung: Kaufen, überzeugen, Fresse halten!
(Marcus Mohr, Hrsg. der Literaturzeitschrift „Der Straßenfeger“, Köln) |
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