Träum süß
von Sandra Henke
Kinderbroschüre. 10 märchenhafte Gute-Nacht-Geschichten mit 'traumhaft süßen' Illustrationen der Autorin & Illustratorin Kerstin Dirks. Erschienen in der Bätsch-Reihe des Geest-Verlag, Großenkneten/Ahlhorn / Preis: für Euro 2,60 / ISBN 3-934852-98-X
Infos zum Buch
10 märchenhafte Gute-Nacht-Geschichten mit traumhaft süßen Illustrationen der Autorin & Illustratorin Kerstin Dirks (www.kerstin-dirks.de)
Inhaltsverzeichnis
*Die Wünsch-dir-was-Warze
*Der lilafarbene Drache
*Die Kreisch-Brüll-Brumm-Grabbel Monster
*...und ein Tigerbaby (-> erschienen in der Ausgabe Frühjahr 02 der Zeitschrift Kind&Gesundheit)
*Der Tomatenschreck
*Die Feengeschwister
*Der Geist-ohne-Namen (-> erscheint in der Ausgabe Sommer 02 der Zeitschrift Kind&Gesundheit)
Auf Sandra Henke's persönlichen Homepage erfahren Sie mehr über sie, "Träume süß" und ihre Veröffentlichungen in gedruckter Form: www.HenkeBuecher.de
Textproben
Der Geist-ohne-Namen
Es war einmal...
ein kleiner Junge, der unsichtbar war und in den Gipfeln der Bäume hauste. Er wollte so gerne mit den anderen Bewohnern des Waldes spielen, aber dadurch, dass sie ihn nicht sehen konnten, war das unmöglich. Sie hatten sogar Angst vor ihm und liefen schreien davon, wenn er mit ihnen sprach.
"Hallo!", flüsterte der Junge, um den Waldschrat nicht zu erschrecken, der vor ihm stand, "Ich bin der Junge-ohne-Name. Hast du Lust mit mir zuspielen?"
Doch der Schrat fing an zu zittern und kreischte: "Wer ist da? Tu mir nichts, bitte. Hilfe! Warum hilft mir denn niemand?"
Dann schlug er wild mit den Armen um sich, nahm seine Beine in die Hände und rannte, so schnell er nur konnte, von dannen.
Der unsichtbare Junge seufzte laut.
Da fragte eine Elfe, die zufällig vorbeischwebte: "Ist da jemand? Hallo? Ich sehe dich nicht. Wo versteckst du dich?"
Der Junge lachte und rief erfreut: "Ich bin hier, schöne Elfe. Ich bin der Junge-ohne-Namen. Hast du Lust mit mir zu spielen? Wir könnten um die Wette fliegen?"
Doch die Elfe fing an zu weinen, flatterte wild mit ihren purpurschimmernden Flügeln und flog so schnell sie nur konnte weg.
Der Junge war sehr traurig und senkte enttäuscht den Kopf. Er blickt in eine kleine Regenpfütze, konnte sich aber nicht sehen. Ich werde zum See laufen, dachte er, vielleicht kann ich mich ja dort im Wasser spiegeln und allen Waldbewohnern zumindest erklären, wie ich aussehe, wenn sie mich schon nicht selbst sehen können. Und das tat er dann auch. Er ging zum See, hockte sich hin und versuchte sein Gesicht im Wasser zu erspähen. Aber er sah nichts!
"Das kann doch nicht sein!", rief er weinend, "Jeder hat doch ein Gesicht. Wieso habe ich keins? Ich kann mich noch nicht einmal selbst sehen."
Da fing es an in Strömen zu regen, aber der Junge-ohne-Name blieb, wo er war. Ihm war egal, ob er nass wurde oder nicht. "Hallo!", sagte eine piepsige Stimme hinter ihm, "Wieso sitzt du denn im Regen? Komm doch zu mir unter den Baum."
Der Junge drehte sich um und erblickte eine junge Hexe, die ihn mit großen Augen ansah.
"Wieso kannst du mich sehen?", brachte er nur heraus ...
* Alle Rechte auf die Textproben liegen bei dem Geest-Verlag, Großenkneten/Ahlhorn. |
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