Harry beißt sich durch - Aus dem Leben eines Wellensittichs
von Birgit Richter
Kinderliteratur. Tiergeschichten, mit 12 farbigen Zeichnungen von Birgit Richter, 120 Seiten, erschienen im Geest-Verlag, Vechta-Langförden, Preis: 9,40 Eur, ISBN 3-936389-19-5
Infos zum Buch
Dieses unterhaltsame Buch wird sicher nicht nur Kinder erfreuen, sondern alle, die gern Tiergeschichten lesen. Wellensittich Harry, plaudert aus seinem Leben, angefangen mit der Zeit im Nest und seinen Erlebnissen bei den Artgenossen bis zum heutigen Leben mit den Menschen. Dabei betrachtet er natürlich alles aus seiner Vogelperspektive.
Inhalt:
In der Welt der Sittiche: Im Nest, Erste Versuche, Allein, Neugier sieht, Mutlos, Aufregung
Mein Leben mit den Menschen: Neues Zuhause, Vertrauen, Hurra, Meine Erlebnisse, Ausflug in die Freiheit, Viele Verbote, Seltsamer Familienzuwachs, Meine Menschenfamilie
Autorenhomepage von Birgit Richter:
www.biggys-schreibwelt.4xt.de
Textproben
Im Nest
An meine ersten Lebenstage kann ich mich kaum erinnern. Aber ich weiß noch ganz genau, meine beiden Geschwister begrüßten mich schon mit fröhlichem Gezwitscher, als ich geboren wurde. Oder besser gesagt, als ich mich mühevoll aus dem Ei gepellt hatte, bevor ich das Licht unserer kleinen Vogelwelt erblickte. So anstrengend beginnt nun mal jedes Vogelleben.
Mit mir war unsere fünfköpfige Vogelfamilie komplett. Dazu gehörten Papa, Mama, mein Bruder Dic, meine Schwester Zeta und ich. Mir gaben meine Eltern den schönen Namen Sita. Wir lebten damals gemeinsam mit vielen anderen Wellensittichen - meinen Onkeln und Tanten, Cousinen, Vettern und fremden Sittichen - zusammen in einem riesengroßen Käfig. Darin befand sich auch das kleine Holzhäuschen, in dem unsere Familie wohnte. In diesem waren wir gut aufgehoben und vor Wind und Wetter geschützt. Außerdem hatten Mama und Papa für uns Küken ein weich gepolstertes Nest hinein gebaut. Kurzum, wir fühlten uns geborgen und einfach vogelwohl. So lange wir noch nackt waren oder später, als wir bereits ein spärliches Flaumfederkleid hatten, konnten wir auf unsere Mama als Federdecke nicht verzichten.
Wir kuschelten uns dicht an sie, und Mama deckte ihre Flügel über uns, um uns zu wärmen. Es ging ziemlich eng darunter zu. Nur zu häufig gab es Streit um den besten Platz. Außer der Wärme und Nähe bekamen wir täglich unsere Streicheleinheiten. Wir konnten gar nicht genug davon bekommen, uns von Mama oder Papa mit dem Schnabel am Kopf oder Hals kraulen zu lassen. Jeder von uns versuchte sich vorzudrängeln. Aber die Eltern waren gerecht. Sie passten auf, dass sie die Zärtlichkeiten unter uns Küken gleichmäßig verteilten und keiner zu kurz kam. Papa war in dieser Zeit besonders lieb zu Mama. Oft brachte er ihr das Futter sogar bis ins Nest, nur damit sie bei uns sitzen bleiben konnte. Und wenn Mama einen kurzen Ausflug machte, löste Papa sie ab , damit uns nicht kalt wurde. Für uns Küken jedenfalls war das Nest eine eigene kleine Welt. Unsere Welt. Die Zeit im Nest war eine schöne und unbeschwerte Zeit, an die ich mich nur zu gern erinnere ...
* Alle Rechte auf die Textproben liegen beim Geest-Verlag, Vechta-Langförden. |
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