Marvin Hai & Lilli - Wo ist Felix? Band 2
von Festtagsgedichte
„Ich will nach Hause!“, heult Johanna im Halbschlaf.
„Das geht nicht“, entgegnet Klara.
„Ist doch klar, dass du quengelst! Das habe ich doch gewusst!“
Auf einmal bebt der Meeresboden unter ihnen, und ein grollendes Geräusch kommt schnell näher.
„Hilfe! Was ist das?“, ruft Lilli erschreckt.
„Ich glaube, ich w-weiß, wer da-das ist“, beruhigt Mar-vin sie schnell und lacht.
„Da-Das Geräusch ke-kenne ich. Das ist bestimmt mein Freund Ede. Der saugt gerade den Meeres-bo-boden. Komm schon Ede, zeig di-dich.“
Aus einem angehäuften Sandhügel steigt auf einmal Ede frech schielend heraus und schüttelt sich lässig.
„Hallo, Freunde“, grüßt er die Freunde winkend und Schleim tropft an ihm runter.
„Was macht ihr denn so weit weg von zu Hause?“
Grüner Schnodder tröpfelt ihm aus der Nase, und sein orangefarbener Overall ist mit Algen behangen. Klitzekleine Schrubberfische springen Ede von der Schulter und verkrümeln sich im Sand. Marvin legt Ede freundschaftlich die Hand auf den Rücken. Er freut sich, ihn zu sehen und lacht ihn an.
„Ja, Ede, du weißt doch, dass wir meinen Bruder Felix suchen. Ich habe es dir do-doch erzählt, als ich den Stadtplan bei di-dir abgeholt habe. Und heute ist der große Tag. Wir haben uns auf den Weg gemacht.“
Ede will gerade antworten, als Klara sich einmischt.
„Er ist uns gefolgt“, unterbricht sie wütend.
„Na toll. Jetzt haben wir noch so eine Nervensäge. Das kann ja heiter werden!“
Anscheinend hat sie ihm noch nicht verziehen, dass er sie damals so erschreckt hat. Sie steht ihm mit verschränkten Armen gegenüber und rümpft die Nase.
„Aber Ede, du hättest mi-mich doch nur fragen brauchen, ob du mitkommen darfst. Und außerdem, wolltest du nicht mit deinem Vater heute die Hauptstrasse reinigen?“, fragt Marvin.
Ede rülpst verlegen.
„Ich wusste ja nicht, dass ich mitkommen darf. Ich meine ja nur, weil Klara doch noch sauer auf mich ist und so. Aber wenn ihr auf Abenteuer geht, kann ich doch keine Strasse saubermachen. Da bin ich einfach abgehauen.“
„Deine Eltern werden dich suchen“, mahnt Lilli.
Ede popelt verträumt in der Nase und winkt ab.
„Ach nein, ich habe einen Zettel hingelegt. Da steht drauf, dass ich bei Marvin bin.“ |
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