Traumblasen
von Stefan Brinkmann
Gedichte und Gedanken des NachtPoeten, Gebundene Ausgabe, 127 Seiten, erschienen im Verlag die Blechschachtel, Preis: 14,50 Eur, ISBN 393663100X
Vorwort: Träume sind wie Seifenblasen, so zahlreich, schillernd, faszinierend, makellos. Träume sind zart, verletzlich, unfassbar, beängstigend und vergänglich. Einen Traum zu fangen, ihn zu begreifen, zu kontrollieren, endet oft damit, dass wir ihn nach dem Erwachen einfach vergessen haben. Ein Dichter versucht aber gerade dies alles für uns auf dem Papier zu fixieren. Er will mit weicher Schale locken, schmeicheln und verführen und beschwört dazu den Wind der Phantasie. Er trägt die Traumblasen ans Tageslicht und wagt kaum zu atmen, bis er ihnen endlich seine Poesie des Lebens eingehaucht hat. Seine Hand, die die Feder führt, zittert, während er alle seine Gedanken zu Papier bringt. Hundert dieser Traumblasen haben wir für Sie eingefangen. Träume, die uns etwas von den Empfindungen des Frühlings in unser Ohr flüstern. Worte, die uns das Lachen einer Sommernacht in unsere Seele werfen. Gedichte, die die schmerzhaft ernüchternden Ent-Täuschungen des Herbstes wiedergeben und uns schließlich in die Ruhe der eisigen Kälte des Winters führen. Aus dieser Stille steigen wir erneut auf, verträumt, nachdenklich, aber mit neuer Kraft. Lassen Sie sich beim Lesen ein Lächeln oder ein nachdenkliches Runzeln der Stirn entlocken. Genießen Sie bis zur letzten Zeile die Worte des Nachtpoeten, eine Reise auf dem fliegenden Teppich der Phantasie für einen weiteren Flug in Ihre eigenen Träume.
Der Verlag über Stefan Brinkmanns Bücher: Die Gedichte des NachtPoeten Stefan Brinkmann sind Worte eines Träumers. Eines Menschen, der glaubt, dass Gedanken lebende Wesen sind. Seine Worte voller Melancholie, Feingefühl, aber auch seine Poesie der unbeschwerten Gedanken sind Gedichte, welche die Schönheit der Traurigkeit und der Freude wie Traumschnuppen einfangen und in unseren Seelen als Traumblasen tanzen lassen. Lassen sich Gefühle, die Liebe und Zuneigung in uns jenseits unserer fünf Sinne auslösen, wirklich in Worte fassen? Stefan Brinkmann ist es gelungen, gelingt es, an jedem Tag, in jeder Nacht neue, sanfte Wore aufzunehmen und für Sie zu bannen. Mit berechtigtem Stolz darf ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, in der Edition Glasperle diesen jungen, so erfrischenden Dichter vorstellen. Ergreifen sie den Spiegel, den Ihnen der NachtPoet mit seinen beiden ersten Werken "Traumblasen" und "Traumschnuppen" in die Hand gibt, und schauen Sie beim Lesen selbst in Ihre eigene Seele, vom Alltag losgelöst. Begegnen sie den Elfen und lernen Sie, ihre Augen und Ohren für die Herzen der Menschen zu öffnen.
[Eduard Maier (Edition Glasperle, Verlag Die Blechschachtel)]
Textproben
Spielmann
Ich bin ein Spielmann, flöte leise
meine Lieder vor mich hin.
Hört gut zu, in meinem Spiel
macht manches Rätsel wieder Sinn.
Geht nicht vorbei, lauscht meiner Flöte,
niemals gleich und doch nicht fremd
dem einen, der sein Ohr mir schenkt.
All eure Nöte sind nicht mehr
als eure eigne Illusion,
gebaut aus Angst vor eurer Welt,
zerspringt sie nun durch meinen Ton.
Ich bin ein Spielmann, spiel eure Lieder,
ob traurig, fröhlich oder leer,
und frag euch, erkennt ihr sie wieder?
Nein, nun, das wundert mich doch sehr,
denn hab ich jede Melodie doch nur
von allen diesen Augen
abgespielt, ihr müsst mir glauben,
meine Lieder, das seid ihr.
Traumblasen
Mir träumte,
dass ich träumte,
ich hätte einen Traum,
in dem ich jede Nacht erwachte
und das hatte,
was man allgemein
als Leben kennt,
und jeden Morgen einschlief
und den Tag hindurch
träumte
von den Träumen
eines Traumes.
Das Spiel
"Spiele!",
sagte er, und seine Augen funkelten.
"Ja, spiel. Denn wenn du gut spielst,
dann gewinnst du.
Einen Traum. Einen Gedanken. Eine Nacht.
Ein Lachen. Magie. Tränen.
Ein Augenblick wahrhaft empfundenen Glücks.
Flügel. Den Wind.
Die Sonne und den Mond.
Vielleicht sogar einen Sonnenstrahl,
der sich im Tau bricht,
oder einen Stern,
bevor er fällt.
Wenn du wahrhaft spielst,
dann mag dein Preis
das Flüstern sein von ungeahnten Worten
in die Stille der Nacht,
ein Traum, der in deinen Armen erwacht
und nicht mit der Morgenröte verblasst.
Ein Leben. Eine Geschichte.
Oder gar
du selbst.
Doch was noch viel wichtiger ist:
Wenn du richtig spielst,
dann kannst du gar nicht verlieren.
Wenn du richtig spielst,
wenn du alles einsetzt, was du bist,
wenn du vertraust und dir selbst gerecht wirst,
dann gewinnst du
in jedem Fall
das Spiel."
Das Mädchen
mit den Sternen in ihren Augen
sieht ihn nachdenklich an.
Sie lächelt nicht, wie sie es sonst tut.
Da ist etwas Beunruhigendes in ihrem Blick,
eine Tiefe,
die erschreckt.
"Aber all diese Dinge sind vergänglich",
erwidert sie.
"Wozu das alles?"
Er lehnt sich weit vor,
als wolle er sie küssen,
und noch ein Stück weiter,
bis seine Lippen fast ihr Ohr berühren.
"Weil es dich gibt",
flüstert er in die Stille der Nacht.
"Nur, weil es dich gibt."
* Alle Rechte auf die Textproben liegen beim Verlag die Blechschachtel. |
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