JanaJana's Zwischenberichte
von Helga Kolb
Lyrische Prosa und Gedichte. 58 Seiten, nummeriert, signiert mit Lesebändchen und Japanpapier, handgebunden / Preis: EUR 13,-- + EUR 1,50 Versandkosten (Porto & Verpackung)
Stimmen zum Buch
"Dein Buch ist da! Ich habe es gestern Abend ausgewickelt, vorsichtig durchgeblättert, eingewickelt, ausgewickelt und mich zunächst einmal an dem wunderschönen Anblick erfreut, außen wie innen, toll gemacht, bitte meine Begeisterung an die Buchbinderin weitergeben. Es ist ein optischer und haptischer Genuss..." (Inge Olpe, MA Studium Germanistik, Kunstgeschichte u. Pädagogik, Uni Köln)
"Für JanaJana - ZWISCHENBERICHT: Ich habe begonnen / Deine Gedichte zu lesen / zunächst nur die Gedichte / versuche sie zu erfassen // Sie sind außergewöhnlich / Manche berühren mich / manche machen mir Gänsehaut / manche verweigern sich mir // Es ist schwere Kost / viel auf einmal geht nicht rein / Ich brauche Zeit zum Verarbeiten // DU BIST EINE DICHTERIN / Eine, die ernsthaft spricht / aber auch über sich und andere schmunzeln kann / augenzwinkernd die Wahrheit sagt / Ich bin stolz darauf / Dich zu kennen / Danke / Inge" (Widmung in Gedichtform von Inge Olpe)
"...bei aller Verschlüsselung dieser sehr lyrischen Prosa tritt doch eine teilweise erschreckende Wahrheit zutage..." (Inge Olpe)
"ZWISCHENBERICHTE: die Texte sind zu schön, um - gleich wegmüssend - darüber zu sprechen. Aber ich lese immer mal ein paar Zeilen, meist nur einen Text und denke darüber nach. Sie sind in der Präzision, mit der sie ihren Erfahrungsraum erschaffen, manchmal zum Verzweifeln schön! Zwar ist Sprache (siehe H. Böll) "ein Hort der Freiheit" und die Phantasie konstituiert eine neue, andere Realität; aber Sprache ist auch Substitut, Ersatz für nicht gelebte Wirklichkeiten. Und das ist das Traurige daran - das Tröstliche und zugleich Traurige..." - "’...fragezeichen fallen ins welke gras...’ ’... bündel gehorteter sehnsüchte’ wunderbare Bilder sind das für Gefühle, die eigentlich nicht aussprechbar sind..." (Dr. Klaus Behr, Prof. f. Germ. Uni Lüneburg)
Textproben
Gestrandet
Zwischen den hohen halmen
Des schilfs hängt
Ein morgengesicht
Der kussmund fällt
Unbenutzt
In den see zweimal die woche
Ein fisch in der reuse
Was sein muss muss sein trotz
Kühlendem mond auf den lippen
Die längst nicht mehr glühen
Zwei tropfen unmut im
Frühstückskaffee sonst
Geschah nichts
Lagebericht
Lass uns noch einmal beginnen sagte der mann zu seiner frau setzte ihr den spaten aufs herz und steckte das viertel neu ab. Ein nächtlicher erdrutsch hatte die landschaft verändert. Wozu ein neubeginn dachte die frau erdrutsche gabs doch zuhauf und auf neuen hügeln baute seit jeher der mann. Lass mich mein herz retten wollte die frau rufen. Doch war auch ihre sprache verschüttet. Ratlos hingen die sterne am himmel und der spaten drang tief. Wo fragte sich die frau sind die blühenden träume geblieben und wo die versprechen vor jahren gesät. Wehre dich warnte die birke oder fliege davon. Doch die frau war wie gelähmt und ihre flügel waren seit jahren gestutzt. Der mann sah erstaunt wie weich so ein frauenherz ist und wie heftig es schlägt: neun von zehn schlägen für ihn und den zehnten für sie selbst. Das hieß ein schlag zu wenig für ihn und der spaten stach zu. Mühelos holte verletzender stahl stück sich für stück. Ein letztes verblieb. Das mischte der mann ins lockere erdreich in der hoffnung sein land zu befruchten. Dann betrachtete der mann seine frau aufs neu: herzlos stellte er fest und wandte sich aufgebracht ab.
Unlieb will dingens
Sonne im graufrisst versprengt lieb gedanken
Mattspiel pro amor und schlupfdich ins herz
Zaunmoll streicht geige sprüht sprußig die fanken
Stehschmus und fliehmuss und luftkuss im scherz
Streuvers und klotzbein und krampfweg
O mann !
Unlieb will dingens:
Wie plotzt mich das an ...
Meine Träume haben keine blauen Augen
Eine armee von wörtern
Hab ich los geschickt
In die gärten
Meiner trauer
Dorthin wo die hügel
Beginnen und weit noch
Dahinter lasse ich
Meinen fahnenträger die
Silben tragen und den
Schutzwall sichern
Doch wie peitschenhiebe
Zerteilt der sturm mir die laute die ich
Sorgsam gehütet
Und während ich
Den endlosen weg einer zeile
Verfolge bricht
Jedes einzelne wort
Aus seiner bedeutung
Und zerfällt zu kitsch
Und ich weine ...
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