Über den Tellerrand fließen die Gedanken
von Bernd Rosarius
Bernd Rosarius erzählt mit sprachlicher Kraft in seinen Gedichten über die
Weisheiten des Lebens in allen möglichen und unmöglichen Perspektiven, manchmal hintergründig und respektvoll, manchmal voller ironischer Spitzen.
So zum Beispiel vom Lebensziel eines Menschen, das ihm im Alter verloren geht und ihn ohne Hoffnung zurück lässt. Oder er sinniert über den Frust, wenn man die Lust verliert und nur noch ein erlösender Schrei im Wald helfen kann. Er berichtet von den Wünschen des Träumers nach ein bisschen Arbeit und viel Schlaf, der damit immer ein Tor bleiben wird. Bernd Rosarius macht anrührende Analysen über den Gleichmut, den Fehltritt, über das Denken; über das, was wir sehen, und was nur ein Ausschnitt ist, an dem wir unser Leben messen können und über das, „was ich mag“.
Immer wieder klingen in seinen Gedichten romantische Töne an, ohne dass er die Wirklichkeit draußen lässt. So bewährt sich sein lyrischer Kampf zwischen dem menschlichen Dasein und seinem Wunschdenken immer wieder aufs Spannendste. Und weil, wie der Dichter schreibt, man dem Menschen nur vors Gesicht schaut, „dahinter schauen kann man nicht“, tut er dies mit seiner poetischen Zungenfertigkeit eben doch! Punktum, das ist gekonnt – und lesenswert!
Ein zweiter Schwerpunkt in diesem interessanten Bändchen sind die Fotos von Camaela Regine Stahl und zahlreiche Bilder von Dieter Igo Kamensek sowie den Strukturzeichnungen von Mirjam Nocken. Sie begleiten insgesamt äußerst sensibel die Gedichte von Bernd Rosarius in zum Teil lyrisch-märchenhaften Farben, manchmal mosaikhaft oder mit orientalischem Einschlag und stofflich markant. Man findet Anklänge an Modigliani oder den Symbolismus. Ein anderes Mal wieder sind sie plakativ und voller Dynamik. So ist eine ausgewogene Symbiose zwischen Wort und Bild über den Sinn des Lebens entstanden. |
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