Felix Kraxens tätige Lyrik
von Hanns E. Drohsen
Eine Versanballung, mit mehr oder weniger Umschweif aus dem Leben gegriffen. 80 Seiten / erschienen im Verlag Frieling & Partner, Berlin / Preis: 7,40 Euro / ISBN 3-8280-1451-8
Die Geldklemme, nicht zu verwechseln mit einer Wäscheklammer, die Geldscheine gegen Windstoß sichert; ein auf seiner langen Bank gelangweiltes Thema, das noch einmal ins Rampenlicht tritt, um sich sehr bald wieder, verängstigt durch sich selbst, zurückzuziehen; der karrieresüchtige Empel, der sich durch Enthauptung des Stempels emanzipiert, um letztendlich als nutzloser Krempel zu landen: solche Gedanken bewegen den Autor Hanns E. Drohsen. Mittendrin, Felix Krax, der mit allerlei Umschweif sein Leben meistert. Einmal will er aus Verzweiflung in die sprichwörtliche Grube fallen, um himmelwärts zu wallen, aber "der Andere" rettet ihn, so daß Krax darüber sinnen kann, wie man Maulaffen feilhält, warum es einem an frommen Gedanken gebricht, wie man sich im Fußballtor vorteilhaft verhält...
Jagen, plagen, schnippen, zwacken, pfropfen, quadrieren, tapezieren, urheben, - rührig ist Kraxens Welt, zum Lachen, Grinsen, Schmunzeln? Nun, jeder Leser wird’s nach seiner Facon halten, fündig wird er werden.
Textproben
STEMPELN UND KREMPELN
Der Empel, vom vielen Aufdrücken erschöpft,
löste sich vom Stempel, indem er ihn geköpft.
Er wollte, um alles auf Erden,
selbst bedeutungsvoll werden,
wie seine Schwester, die leuchtende Ampel,
die sich einst gelöst aus der musischen Pampel.
So pries er sich am Markte an
hoffend, daß man ihn gebrauchen kann.
Doch niemand wollte etwas ‘Empel’ nennen.
Da bereute er sein blutiges Trennen vom Stempel,
verband sich mit dem krächzenden Kr
und lebt nun fort als nutzloser Krempel.!
KALT UND WARM
Die kalte Schulter, einen warmen Händedruck gewahrend,
ihn erst duldend, dann düpiert zur Seite fahrend,
antwortete, als sie der Händedruck gefragt, warum sie sich so ziere,
daß e r auf i h r, zu Temperaturproblemen führe:
"Ich würde lau und wär’ nicht mehr die kalte,
Sie kühlten ab und wären auch nicht mehr der Alte,
deshalb war ich ungeduldig,
wir sind’s, mein Freund, der Umgangssprache schuldig!"
Aussen und innen
Ein Herr aus der Äußeren
und einer aus der Inneren Mongolei
teilten sich, da kein zweites da war,
das Frühstücksei.
Der Herr aus der Äußeren
aß das Äußere, das Weiße,
und der aus der Inneren Mongolei
das Innere, das Gelbe, vom Ei.
Plötzlich, im Innersten äußerst bewegt,
erschien ihnen ihr Tun sinister:
war doch der Herr der Äußeren der Innen-
und der der Inneren Mongolei, der Außenminister!
Als Außenminister, gewohnt ins Innerste der Staaten zu seh'n
und als Innenminister, im Staate stets aufs Äußerste zu geh'n,
hatte sie die Erkenntnis ereilt,
sie hätten das Ei irgendwie falsch geteilt.
* Alle Rechte auf die Textproben liegen bei dem Verlag Frieling & Partner, Berlin. |
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