Raunen der Natur
von Brunhilde Ludewig
Gedichte aus allen Jahreszeiten. 64 Seiten, Paperback / Preis: Euro 11,15 / ISBN 3-8301-0221-6
Wer einmal kurz wegtauchen möchte vom Alltags-Stress oder sonstigen Kümmernissen, dem bietet Brunhilde Ludewig in ihrem neuen Gedichtband über das >>Raunen der Natur<< eine erbauliche, poesievolle Fluchtburg. Mit Gedichten aus allen Jahreszeiten möchte die gebürtige Oberstauferin nicht nur die Sensoren für das Wunder der Natur und ihres Schöpfers stimulieren, sondern nach eigenen Aussagen auch >>müde Menschen aufrichten<<.
Mit ihren Gedichten schreibe sie sich >>Freud und Leid von der Seele<<, erzählt die Autorin in der Kurz-Biographie zu ihrem jüngsten Büchlein. Sensibel aufgespürte Naturbeobachtungen und tiefe Religiosität haben dabei ihre Feder geleitet. Wer sich unvoreingenommen auf die in anmutiges Versmaß gebetteten Gedanken einlässt, der kann so richtig die Seele baumeln lassen und ein kleines Stück heile Welt über seinen Alltag stülpen. >>Die blühenden Wiesen, ein Vogelgesang, der duftende Flieder, ein Glockenklang<< - ein Augenblick heile Welt und Glück.
Vom ersten zaghaften Musenkuss, der sich allmählich zum Gedicht formte, führt Brunhilde Ludewig ihre Leser durch die Stille mondheller Nächte in den aufbrechenden jungen Tag, vom Frühlingsblütenmeer über das Wechselspiel der Jahreszeiten bis zum >>Silber-Filigran<< verschneiter Birken. Sprachbilder, die wie zarte Aquarelle Landschaften oder persönliche Befindlichkeiten visualisieren. >>Es blüht die Schlehe zart und weiß aus dunklem Dorngehege, die kleinen Freuden streunen gleich Blüten auf die Lebenswege<<.
Der Musen-Kuss traf Brunhilde Ludewig in den mittleren Jahren ihrer wechselvollen Vita, eigentlich erst, als längere Krankheit eine Zäsur in ihrem (Berufs)-Leben als Laborantin bedingte. Danach hat die anno 1939 in Oberstaufen Gebürtige viele Kranke und Sterbende der Schlossbergklinik begleitet, absolvierte nebenbei Lehrgänge über Graphologie und Charakterologie und war Jahrzehnte lang im Rathaus Oberstaufen als Verwaltungsangestellte tätig. Der ständige Umgang mit Menschen - im Alltag wie in Extrem-Situationen -, die Liebe zur Natur und der tief verwurzelte Glaube an eine übergeordnete Macht haben ihr Leben und ihre Lyrik geprägt. (Von Rosemarie Schwesinger, Allgäuer Anzeigeblatt)
Textproben
ZUVERSICHT
Sieh´ der Wind rauscht in den Bäumen,
kost sie mit gelinder Hand,
hinter gold´nen Wolkensäumen,
lacht die Sonne auf das Land.
Oft schon brach der Sturm die Äste
und die Sonne lief davon,
auf mein Herz, nun faß Dich feste,
einmal folgt dem Leid der Lohn.
IM WINTER
Und wieder ist es Winter
und weiße Flockenkinder
die Welt in ihren Armen hält.
Und Bäume tragen Kappen
und stehen da wie Knappen,
in weiße Pelze eingehüllt.
Die Birken eingesponnen,
sie glitzern in der Sonnen
wie feines Silber-Filigran!
Schon lang die Vögelein schweigen,
die Waldeswipfel neigen
ihr Haupt dem HERRN der Schöpfungswelt.
Komm müdes Herz und lausche
fern allem Zeitgebrause
der Stimme Deines Gottes hier!
Die Schönheit, die Du siehest
ist Liebe, die Du fliehest,
wenn sie im Erdenleid Dir naht.
AN DEN MOND
Viel´ Lieder sind verklungen
und haben Dich besungen;
Du guter, alter, stiller Mond,
sei auch mit meinem Lied belohnt.
Du bist die sanfte Güte,
wirkst jedem aufs Gemüte,
Dein Silbergold scheint in das Herz
und tröstet manchen Erdenschmerz.
Zum Zeugen längst geworden
bist Du an allen Orten,
der Liebe Glück hast Du geküßt,
als Leuchte oft das Leid versüßt.
Du bist ein Freund zum Träumen,
ein Märchen zwischen Bäumen;
Du guter, alter Dulder Mond,
sei auch mit meinem Lied belohnt.
FÜR EINEN AUGENBLICK HEILE WELT
Die blühenden Wiesen,
ein Vogelgesang,
der duftende Flieder,
ein Glockenklang, -
einen Augenblick
heile Welt und Glück.
In leuchtenden Stunden
in musischer Zeit,
da hab´ ich gefunden
trotz manchem Leid
die Kraft für die Last,
den Mut in der Hast.
BETRACHTUNG
Hör´ wie die Amsel dort flötet,
noch eh´ der Morgen sich rötet
ihre jubelndes Lied laut erschallt.
Sieh´, wie die Rosen sich strecken,
dort in den dornigen Hecken
sie lauter und lieblich erblüh´n.
Sieg´, wie die Wolken verziehen,
Trübes und Dunkles entfliehen
vor dem strahlenden Sonnenlicht.
Und wie im duftigen Haine
der silberne Mondenscheine
die träumenden Wipfel geküßt.
Wie schnell vergehen die Tage,
ein Herz vol Freude und Plage
still am Abend sich schlafen legt.
Mein Herz, nichts lohnet Dein Sorgen,
Dein Leid, Dein Heute, Dein Morgen
lenkt doch allein der ew'ge Gott.
* Alle Rechte liegen bei Brunhilde Ludewig. |
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