Dem Wind gelauscht
von Brigitte Pulley-Grein
Ein lyrisches Lesebuch. 134 Seiten, 9 farbige Abbildungen / Paperback / edition PRIMAVISTA / Preis: EUR 12,60 / ISBN 3-936123-00-4
Brigitte Pulley-Grein
Im Sommer 45 kam ich in Sielen, Nordhessen zur Welt. Nach Hauptschulabschluß erfolgte der Umzug nach Kassel. Dort schloß ich nach dreijähriger Lehre die Ausbildung zur Großhandelskauffrau erfolgreich ab. Danach noch einige Zeit im erlernten Beruf tätig gewesen.
Persönlichen Wünschen und kreativen Aktivitäten konnte ich mich erst Jahrzehnte später widmen.
Seit nunmehr neun Jahren schreibe ich bevorzugt romantische Lyrik. Um ein fundiertes Wissen zu erlangen, belegte ich mehrere Semester der Schreibwerkstatt" an der VhS und war zudem Gasthörerin im Fachbereich Germanistik an der Uni GhK, in Kassel.
Mit großer Freude und Begeisterung hielt und halte ich immer meine Lesungen, stets mit recht positivem Erfolg!
Veröffentlichung finde ich in der Zeitschrift der IGdA Interessengemeinschaft deutschsprachiger Autoren, deren Mitglied ich bin ebenso im Journal des Dorothea Viehmann Heimatvereins, wie auch in der DSW Deutsche Sprachwelt, im Internet und in der Papierausgabe. Außerdem bin ich auch Mitglied im VS Verband deutscher Schriftsteller, angeschlossen der Gewerkschaft ver.di - Medien.
Textproben
Der letzte Falter
Der letzte Falter gaukelt träumend
ein letztes Mal durchs heitre Blau
des letzten milden Sommertages,
trinkt jener letzten Blume Tau.
Denkt nicht daran, daß er schon morgen
ein Falter nur von gestern war;
ahnt nichts von einem Wiederkommen
im nächsten Sommer, nächsten Jahr.
Lebt nur das Hier und Jetzt und Heute,
genießt der letzten Rose Duft,
schwebt träumend durch die heitre Bläue
des letzten Tages milder Luft.
Herbst singt
Herbst singt durch bunte Wälder
Und schwelgt im Farbenrausch,
Am ausgeblaßten Himmel
Ein leichter Wolkenbausch.
Herbst lacht in müden Gärten,
Die voller Träume sind
Von heitren Frühlingstagen
Und Schmetterling im Wind.
Herbst pfeift durch kahle Auen,
Prüft, ob die Felder leer,
Fegt fort des Sommers Spuren,
Jagt Drachen hoch daher.
Herbst hat sein Werk vollendet,
Schließt ein die Farbenpracht
Für eine lange, dunkle
Und kalte Winternacht.
Leuchtturm sein
Im Leben dir ein Leuchtturm sein
Wollt’ ich mit hellem Licht,
Dich führ’n dem sichren Hafen zu,
Daß dein Mast nicht zerbricht.
Warn auch die Zeiten wechselvoll,
Daß es dich trieb hinaus,
Zu fernen Zielen, fremden Strand,
Kamst du doch stets nach Haus.
Denn in Gefahr und arger Not
Konnt’st du nicht irre gehn,
Selbst, wenn das Meer erzürnte sich,
Hast du mein Licht gesehn.
So segeltest du kreuz und quer
Durchs Leben rastlos hin,
War es auch manchmal wahrlich schwer,
Es hatte seinen Sinn!
Dein Leuchtturm in des Lebens Meer
bleib’ ich, solang ich bin.
Wolkenbilder
Wer ist der große Meister
Der dort am Himmelszelt
Die "fabelhaften Bilder"
Und Statuen erstellt?
Er nimmt dazu kein Farbstift,
Kommt ohne Leinwand aus,
Und auch nicht einen Pinsel
Find't man in seinem Haus.
Denn Er malt mit den Wolken
Die ja so mannigfalt'
Und ganz lebendig scheinen
In Farben und Gestalt.
Mal schiebt Er sie zusammen,
Und türmt sie hoch zu Hauf,
Dann trennt Er sie behende,
Läßt ihnen freien Lauf.
Uns bleibt dann nur das Staunen,
Ob dieser herrlich Pracht,
Die uns der "große Meister"
Heut wieder hat gemacht.
Wie lange noch?
Wenn du betrachtest unsre Welt
Und siehst, was unterm Sternenzelt
Tagtäglich so der Mensch anrichtet,
Indem er Regenwald vernichtet
Aus Habgier, einfach rücksichtslos,
Mit Schäden, unermeßlich groß,
Ganz frei von Schuldgefühl und Sorgen,
Nicht einmal denkt: Was wird aus Morgen?:
Dann fragst du dich recht bange:
"Wie lange noch, wie lange?"
Noch schlimmer steht’s um Bruder Tier,
Da hat der Mensch aus purer Gier
So manche Art schon ausgerottet,
Sein Mitgefühl längst eingemottet,
Das schien ihm reichlich antiquiert,
Der Zeitgeist andre Werte führt,
Vor Qualität setzt er die Masse
Und macht dabei ganz große Kasse;
Und wieder fragst du bange:
"Wie lange noch, wie lange?"
Das Meer erscheint ihm grenzenlos,
Kippt Tonnen Unrat in sein’ Schoß,
Ganz gleich ob Altöl, Säure, Laugen,
Der Meeresgrund wird’s schon aufsaugen,
Und wenn die Wale gehen irr’
In all dem Echolotgewirr,
Dann äußert Mensch zwar sein Bedauern,
Doch fehlt ihm Zeit darob zu trauern;
Erneut fragst du dich bange:
"Wie lange noch, wie lange?"
Bedrohlich ist der Wert Ozon,
Die Auswirkung spürt’ mancher schon,
Und dennoch rollen Blechlawinen
Pausenlos - dem Mensch zu dienen,
Befördern ihn zum Urlaubsstrand,
Am blauen Meer liegt er im Sand,
Um in der Sonne sich zu aalen,
Wird einen hohen Preis einst zahlen,
Auch hier fragst du dich bange:
"Wie lange noch, wie lange?"
Der Mensch erforscht das Weltenall
Und sucht den wahren "Ursprungsknall",
Dafür scheut er auch keine Kosten,
Selbst, wenn die Raumschiffe verrosten,
Ist blind für Krieg und Hungersnot,
Global die Katastrophe droht;
Doch immer gibt’s auch Zeitgenossen,
Die allen Wahnsinn unverdrossen
Anklagen, nimmer bange!
Wie lange noch, wie lange?
* Alle Rechte liegen bei Brigitte Pulley-Grein. |
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