das brauch ich um zu bleiben
von Christiane Höhmann
Gedichte und Zeichnungen. 59 Seiten, gebunden / Preis: 9,00 Euro / ISBN 3-8311-4032-4
"Schau- das Buch ist da!
Die Arme empor gereckt
sage ich dir Dank... "
(JanaJana, München)
"Um Themen des Lebens bewegen sich die Gedichte, die Christiane Höhmann in ihrem Gedichtband publiziert. Der Titel "das brauch ich um zu bleiben" gibt einen Schlüssel für das Verständnis der Gedichte: nichts ist fest, nichts ist selbstverständlich - Erfahrungen, authentisch zum Ausdruck gebracht, bleiben in der Schwebe - und in der Tiefe dieser Empfindungen zeigt sich eine bestimmte und starke Sehnsucht. Wer sich auf die Gedichte einlässt - ungewöhnlich bisweilen die grammatischen, syntaktischen und semantischen Strukturen - wird konfrontiert mit den eigenen existenziellen Zweifeln und Sehnsüchten, mit der Einsicht in die Vergänglichkeit und mit der Möglichkeit der erinnernden Vergegenwärtigung, mit der Erfahrung zwischenmenschlicher Ferne und liebender Nähe, mit Traurigkeit und Glück. Und immer wieder "berührt" die Autorin in ihren Gedichten ausdrücklich und unausdrücklich die Frage nach dem Horizont des Lebens überhaupt.
Eine starke Ergänzung bilden die Zeichnungen von Annika Klauer, in den sparsamen Linien tiefe Empfindungen ausdrückend. Die Zeichnungen begleiten die Gedichte; eigenständig werden wie auch in den Gedichten menschliche Grundvollzüge thematisiert: Sehnsucht, Geborgenheit, Ferne und Nähe, Bedürftigkeit und Liebe. Ergreifend: die Titelzeichnung; mit ganz besonderer Ausstrahlung: die letzte Zeichnung (S.55), die den Menschen in kontemplativer Gelassenheit als Empfangenden deutet. " (Robert Lühker, Paderborn)
"Vielen Dank für das gelungene Gemeinschaftswerk von Mutter und Tochter! Ich habe mich sehr über das Büchlein gefreut. (...). Das Gedicht "An meinen toten Vater" liegt mir wegen der Form und natürlich auch wegen des Inhalts besonders nahe. In anderen Texten leuchten Liebe, Leiden unter der Vergänglichkeit, Enttäuschung, Abschiedsklage und Gefühl der Gemeinsamkeit auf. Ich beglückwünsche Sie.... " (Wolfgang Hohensee, Berlin)
"...Titel und Zeichnung des Einbandes suggerieren, dass Texte und Zeichnungen sich zum Eigentlichen des Menschseins äußern. Beim Lesen und Schauen bewahrheitet sich die Vermutung: Ohne das Wort, ohne den Sinn, ohne die Liebe, ohne das Bild kommt der Mensch in die Situation des Nicht-mehr-bleiben-Könnens. Wie sehr es insgesamt um Zuwendung, Zuneigung, Hinwendung, also schließlich: Rettung geht, dazu braucht man sich nur die Zeichnung des Einbandes und die zum "vor frühling" vergegenwärtigen, in denen die Texte sich in der Anschauung verdoppeln. (Aufgefangen sein um zu bleiben- als Blatt in sanften Händen Schutz zu genießen). So steht es mit allen Texten. Die, die von keiner Zeichnung begleitet werden, fordern geradezu dazu auf, sich ein "Bildnis" zu machen." (Trude Schmitz, Paderborn)
Textproben
vor frühling
da
hält ein baum
ein blatt
mir hin
berühren
umfassen
in deine hände
legen
in sanften händen
ein blatt
sein
sommer in kalogria (peloponnes)
schirmpinien begreifen blaues
wasser werfen schatten
wipfel wechseln die
seite der zikaden im wind
schreie
bremsen brennen male
in die haut
nackt im kiefernduft tränen
unter den lidern
nur einmal dem wald was
du ihm schuldest
den teich mit krakenarmen
zum berg legen
den bäumen flüstern
und
als habe jemand flammen
geworfen in diesen
frühen septemberabend
du glühst endlich auch
verbirgst dein gesicht in
meiner schulter atmest heimlich
nähe als könntest du nicht
fühlen deine träume schreien
dich nächtlich an und
lassen mich nicht lassen
mich nicht
ein jahr
unter grauen gestalten
gegangen ich schreibe
dich in das dunkle
der stadt halte
deinen namen ins licht
abendelang
doch mein herz vertropft
den herbst
und der schatten
unter deinen lidern
kühlt
im abschied
ein lang entbehrtes
wieder gefundenes
wieder verloren
geben
* Alle Rechte auf die Textproben liegen bei Christiane Höhmann und Annika Klauer. |
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