Die Raben
von Johannes Grusdew
Leseprobe
Die Raben
Das Erwachen
Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals, ihr Atem ging stoßweise, ihr Koerper war gespannt wie eine Bogensehne. Sie fuehlte sich wie nach einem Albtraum, nur dass das Aufwachen keine Erloesung mit sich brachte. Sie hatte das Gefuehl, dass etwas Furchtbares geschehen sein musste, wusste aber nicht, was es war.
Sie versuchte ihre Augen zu oeffnen, schaffte es schließlich mit muehe. Das Mondlich erhellte die Umgebung nur leicht. Sie nahm undeutliche Schemen wahr, sie wirkten vertraut, aber zugleich fremd und beunruhigend. Irgendwo war Wasserfließen zu hoeren.
Sie versuchte, sich zu beruhigen, schluckte einige Male, atmete wieder regelmaeßig und bemuehte sich, klare Gedanken zu fassen. Sie lag auf einem ziemlich harten Untergrund. Sie fror und alles tat ihr weh. Ihre Kopfschmerzen schienen immer staerker zu werden.
Sie lag noch eine weile, bis sie genug Kraft hatte um aufzusitzen. Als sie sich aufgerichtet hatte, merkte sie das sie auf einem riesigen flachen Fels gelegen hatte. Es roch nach verbrannten Holz und einem anderen Geruch der ihr stark in die Nase stich. Sie erkannte leichte Konturen von Braeumen, sie wusste nun sie befand sich in einem Wald.
Ihr Mund war voellig trocken, sie beschloss dann dem Geraeusch des Wasserfließens zu folgen. Sie richtete sich komplett auf und macht den ersten Schritt, der recht unbeholfen war. Nach einigen Schritten war sie sicher auf den Beinen. Sie kam zu einem kleinen Bach und kniete sich, um etwas von diesem zu trinken. Nach dieser kleinen Erfrischung, fuehlte sie sich schon besser, aber die Angst bliebt noch immer. |
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