Weit weg, von nah dran
von Wühler
Da dieses Buch noch nicht verlegt ist bitte ich um ihr Verständnis, dass es noch nicht von einem Lektor bearbeitet wurde.
Interessierte Verleger können sich wegen einer möglichen Kooperation zum Verlegen des Buches gern mit mir in Kontakt setzen.
Leseprobe "Weit weg, von nah dran"
...Zeit ist unser größtes Übel, denn alles was der Zeit unterworfen ist vergeht unabdinglich. Jeder Moment, jedes Gefühl, oder wie will man zum Beispiel den Moment des ersten Kuss einer frisch gebackenen Liebe festhalten? Irgendwann vergeht dieses Gefühl und versteinert. Entweder man kann sich einander gewöhnen, oder man trennt sich. Auf einer Wiese rupfte ich einen Grashalm aus, weil er mir so sehr gefiel, aber ich wollte ihn unbedingt haben. Ich stellte ihn in meine Wohnung und ergötzte ich mich an seinem Aussehen. Tage später war er völlig vertrocknet und habe mich kaum an diesem fahlen Elend interessiert. Als ich weiterhin ein paar Tage später meine Wohnung sauber gemacht habe störte mich dieser Grashalm und warf ihn weg. In dem Moment kann ich mich daran erinnern, wie schön dieser Grashalm doch war als ich ihn pflückte. So farbenfroh, kräftig, biegsam und geschmeidig. Jetzt ist er nur noch ein graues bröselndes, Schmutz machender Schandfleck, weil ich gerade in sein Leben gedrungen bin, habe es gestört, habe es gewaltsam weg genommen. Jetzt schäme ich mich, aber nur ein klein wenig, denn ich merke langsam, dass auch dieses Schamgefühl von der Zeit, dem ich die Schuld gebe, vertilgt wird. Wenn man alle Erinnerungen und Gefühle behält, dann wird das Leben unerträglich, also lass ich los...
...Es sieht in den Körper eines anderen Menschen und sieht ein von der Masse gelenktes Wesen, was schon immer ruhig sein soll, auf seine Lehrer hören soll, immer das machen soll, was andere Menschen seinem Körper sagen. In der Ausführung des vorprogrammierten Befehls erkennt es seine Aufgabe und unterdrückt somit sein eigenes Denken und Handeln. Es macht genau das, was es aufgetragen bekommen hat. Macht es einen Fehler, so wird Kritik an sein Wesen ausgeübt, geht nach Hause und lässt es an dem Wesen aus, denen es sonst seine Leidenschaft schenkt. Es ist depressiv, fühlt sich von der Welt missverstanden und wandelt diese Gedanken in aggressive, destruktive Gefühle um, welche zu Selbstisolation und Gefühllosigkeit seinen Körper erstarren lassen. Getrieben von einem Ziel nicht mehr allein zu sein beschreitet es einen Weg, der für die Menschheit noch nicht geebnet ist, trotzdem schon einmal vorhanden war zu der Zeit, wo Geld und Material noch keine Rolle spielten.
Eigene Ziele zu haben, die kein Geld kosten, sondern eher der Wille, welches es aus seinem Innersten hervor ruft. Die Intelligenz, die es zu nutzen hat, um seinen Weg zu finden, den es zwar nicht leichter macht, sondern den Geist zu stärken. Es wir zwar von anderen Individuen vielleicht ausgelacht, oder sogar verpönt, doch lässt es sich nicht von dessen Gedanken lenken. Jedes Individuum denkt sein Weg wäre der Richtige, dennoch mag es vielleicht der Falsche für jemand anderen sein, denn das Leben ist wie ein Fluss, der neu entspringt und sich seine eigenen Bahnen sucht und es weiß, dass seine Bahnen nicht die von anderen sind, deswegen fühlt es sich so einzigartig, statt der Lifestyle- Obsession zu folgen, den manche zelebrieren, um so zu sein, wie andere es wollen. Es hat unser System durchschaut, das Angst davor hat, dass die Masse umstürzt und eine Anarchie hervorrufen könnte. Deswegen versucht das wahrscheinlich am höchst zivilisierte System den Mob durch eine Verdummung entgegenzuwirken.
Zweihundert Kanäle im Fernsehen, Gewaltverherrlichung, Big Brother Shows, Jeder sucht den Superstar und dazwischen die Reklame, die uns weiß macht, was wir zum Leben brauchen und welche Marke am qualitativsten ist. Ein Moloch der Gesellschaft ist in den Köpfen der Menschen, der die Welt immer weiter auseinander treibt. Der Mensch muss sich in einem Supermarkt zwischen fünfundachtzig verschieden Shampoosorten entscheiden, welche seine Persönlichkeit am besten ausdrückt, doch alle erfüllen den gleichen Zweck, denn sie sollen nur eines, nämlich die Haare sauber machen. Es gibt ´zig Sorten von Handys und alle machen das Gleiche, man kann mit ihnen telefonieren und Kurznachrichten schreiben. Plus Minus das kleine eingebaute Extra, was genau das Handy, was man sich gekauft hat zu etwas Besonderes machen soll, um damit in seinem Freundeskreis anzugeben. Sie sollen die Welt näher zusammen bringen, doch gerade das Hauptziel der Kommunikation hat sein Ziel deutlich verfehlt.
Man kann, wenn man einen gemeinsamen Moment hat nicht mehr richtig miteinander reden, da man denkt, man hat sich schon alles vorher gesagt, als man noch Meilenweit voneinander entfernt war. Die Gesellschaft sagt einem, wie man sich zu kleiden hat, was man machen soll, um voran zu kommen, was man zum erwachsen sein benötigt, wie man denken und handeln soll und zudem noch was man für sein Land und die Zukunft machen soll, anstatt sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen. Es ist egal, was man für ein Auto fährt, oder ob man eins fährt, wenn es einem in den richtigen Zeitpunkt von a nach b bringt und wieder zurück. Es ist egal, in was für einem Haus man wohnt, Hauptsache es hält warm und kostet nicht zu viel und wer viel hat, kann sich viel leisten, verliert den Bezug zur Realität und kauft sich dafür Scheiße, die er nicht braucht, nur um seine verlorengegangenen Gefühle durch etwas materiell Wertvolles zu ersetzen.
In der Politik geht es nicht anders zu. Statt etwas in unserem System zu verbessern erdrückt diese Form von Menschenführung den gutgläubigen Bürger mit seinen Steuern und Gesetzen so sehr, dass eine Entscheidungsfreiheit gar nicht mehr in Frage kommt. Das Volk wird auf den bevorstehenden Wahlkampf müde gemacht, da die Machthaber zwar auf einen Umsturz gefasst sind, dennoch diese aussichtslose Lage verhindern zu wissen, indem sie dem Bürger gar nicht die Freiheit dazu geben, indem sie das verbieten, was Ihnen selbst schaden könnte. Selbst in unserer ach so veraltenternden Staatsform der Demokratie, die sowieso nur dazu genutzt wird, um in diesen Namen der eigentliche Masse des Volkes zu regieren und gleichzeitig auszuplündern ist die Meinungsfreiheit sehr stark eingeschränkt. Alles andere wäre in ihren Augen nur pure Anarchie, da sie denken ein Umsturz dieses Systems würde ein unvorhersehbares Chaos hervorrufen.
Der Begriff “Kommunist“ wird zum Schimpfwort gemacht von den Gewerkschaften, Politikern und Leuten, die immer denken sie seien ein Stück besser als das Volk und grenzen so die Möglichkeiten des Volkes ein. Sie denken sie könnten uns damit unterdrücken, indem wir demnächst fünfzig oder sechzig Stunden in der Woche arbeiten gehen, ohne jeglichen Lohnausgleich und vielleicht zu denen weg schauen, die das Glück vielleicht nicht so getroffen hat wie den, der jetzt noch eine Arbeit hat, die sein Kollege noch gestern tat und sie jetzt aus Rationalisierungsgründen macht plus die, die er schon vorher gemacht hat. So vergrößert sich doch der Anteil der Arbeitslosen, welches schon immer die Geißel der Gesellschaft war. Statt dessen sollen sie lieber Arbeit für alle anprangern den Gewerkschaften das Recht zu entscheiden nehmen und jedem eine Arbeit geben und somit weniger Arbeitszeit für alle, damit sie die Arbeitslosen unter bekommen. Zudem muss dann noch Aufgrund die Steuern dem Lohn angepasst werden, so dass sich trotzdem jeder etwas leisten kann, was das Herz so begehrt, statt unseren Staat zu einer Touristikgesellschaft verkommen lässt, bei der alles so teuer ist wie in einem Schickimicki- Urlaubsort.
Selbst das Fernsehen wird nicht mehr schmecken, wenn wir fünfzig oder sechzig Stunden in der Woche arbeiten müssen, da wir froh sind, wenn man nach Hause kommt und endlich abschalten kann, um sich morgen wieder Tag für Tag ans Band zu stellen, damit man sich wenigstens das Dach unter dem Kopf und den Weg zur Arbeit leisten kann, sonst kann man ja gleich am Arbeitsplatz schlafen. Es wird Zeit, dass man sich einfach das nimmt, was einem zusteht und nicht sein ganzes Leben dafür betteln muss und es im Endeffekt sowieso nicht bekommt. Alle werden mit leeren Händen sterben, doch man kann wenigstens für seine Kinder den Weg der Zukunft bahnen, damit sie nicht in einer von Geldgeilen, Machtraberischen und völlig verblödeten Welt kampflos besiegt werden. Die Kinder können nichts für die Fehler, denen die Eltern begangen haben.
Es ist Zeit umzudenken, um der Welt ein neues Gesicht zu geben. Sozusagen eine Schönheitsoperation, damit es sich Aufgrund von den Minderwertigkeitskomplexen der Menschheit besser fühlt. Egal, was kommen mag, ein Gott wird nicht helfen kommen, egal wie oft man beten mag, aber das wird den Menschen wahrscheinlich erst auffallen, wenn alles zerstört worden ist und es nichts mehr zu holen gibt. Es stellt sich eine Welt vor, wo eine künstliche Intelligenz wichtiger ist, als das Denken der Menschen, die sowieso schon in zweitausend Jahren, westlicher Zeitrechnung durch fünftausend Kriege all das zerstörte, was dem Menschen am wichtigsten ist. Nämlich die Eigenschaft die Freiheit zu lieben, alles unternehmen zu können statt sich allem hinzugeben, alles akzeptieren zu müssen und sich somit selbst versklavt.
Eine ganze Nation zapft Benzin, warum kann eine solche Masse nicht auch frei denken, sondern lässt sich diese Freiheit von jemand oder etwas anderes nehmen? Es sind die Zweitgeborenen dieser Nation, ohne Ziel, ohne Glauben und ohne großen Krieg. Dieser Krieg ist ein Spiritueller und dieses Ziel ist eines was wirklich der Freiheit und Gleichheit dienen soll, statt die Demokratie durch eine andere unterdrückende Gewalt zu unterwerfen. Statt auf die Geister anderer Leute zu hören, versucht es auf sich selbst zu hören und erkennt immer mehr, wofür es sich lohnt zu leben, eine Daseinsberechtigung zu haben, für die Freiheit und die Gleichheit zu kämpfen, statt sich der vorgelogenen Freiheit zu unterwerfen, die es zu erdrücken scheint, da es sich nicht um alle Belangen kümmern kann, da so viel Falsch gemacht wurde, um es allein zu bewältigen. Es versucht lediglich nur um den Menschen zum freien Denken anzuregen, dem Menschen einen Gefallen zu tun, ohne selbst davon profitieren zu wollen, denn es ist erst glücklich, wenn diese Welt jedem ein Leben schenkt, das Lebenswerter statt materiell wertvoller ist. Es will nicht, dass Verhütung als Sünde gilt und noch immer Kinder in der dritten Welt, aufgrund von Armut sterben. Es will nicht, dass es einem Drittel der Bevölkerung gut und dem Rest miserabel ergeht. Es wird erst gehen, wenn die Menschheit sich als Gruppe sieht und nicht nur ein Teil als eine heimatgebundene Rasse sieht.
Werde ich langsam zum Apostel meines geheimen Lehrers? Was verfolgt mein Innerstes nun für Ziele? Meine Gedanken fangen immer mehr an abstrakter zu werden, doch langsam fangen sie an einen Sinn zu ergeben. Langsam weiß ich wofür ich auf dieser Welt bin... |
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